Rollenspiel und Selbsterfahrung

Neben der Durchführung von Gruppen, die die persönliche Entwicklung der Gruppemmitglieder zum Ziel haben, werden auch Fortbildungen angeboten, die Vermittlung entsprechender Methoden und Techniken zu Ziel haben.

Eine solche Fortbildung dauert ungefähr 1 Jahr. Allen, die vor einer Entscheidung für die Fortbildung ein erstes Gefühl für diese Methode bekommen wollen, empfehle ich einen Informationsabend, an dem Sie einen Einblick in die Methodik bekommen werden.

Melden Sie sich einfach, wenn Sie grundsätzlich interessiert sind.

Zum Inhalt:

Diese Fortbildung richtet sich an Menschen, die im pädagogischen oder therapeutischen Arbeitsfeld tätig sind. In dieser ca. 1-jährigen Fortbildung möchte ich Ihnen das Handwerkszeug mitgeben, Themen nicht nur im Gespräch, sondern auch in Aktion in Form von Rollenspielen aufzugreifen und zu bearbeiten.

Denn es ist eine sehr viel umfassendere und intensivere Erfahrung, in der Begegnung mit Anderen, Themen in szenischer Form zu behandeln und zu beleuchten. Diese Form der Auseinandersetzung ermöglicht nicht nur die Einnahme unterschiedlicher Perspektiven im Rollentausch, sondern spricht die Beteiligten auch unmittelbarer in Ihren Emotionen und
gesamten Wahrnehmung an.

Die Inhalte der Fortbildung orientieren sich an Rollenspiel-Techniken aus der
gruppentherapeutischen Methode des Psychodrama.

Sie erhalten ein abschließendes Zertifikat zur Fortbildung.

Zeitraum der Fortbildung:    ca. 10-12 Monate  /  richtet sich nach den
Terminen, die wir am ersten Wochende gemeinsam festlegen.

Umfang: 9 Samstage  und  zum Abschluss  ein zweitägiges Prüfungs-Wochenende. Insgesamt 100 Unterrichtseinheiten a. 45 Minuten

Ort:                         Seminarraum auf dem Kuhberg in Bad Kreuznach

Zeit                         Samstags von  10 Uhr bis 18.00 Uhr

Gerne können Sie mich auch telefonisch kontaktieren.

Da in den Fortbildungen Rollenspiel-Techniken aus der Methode des Psychodrama vermittlt werden, gibt es im Folgenden eine kurze Einführung in das Psychodrama.

Ich persönlich absolvierte meine Psychodrama-Ausbidung bei:

Ella Mae Shearon     /    in Deutschland

Leif Dag Blomkvist   /    in Deutschland und Schweden

Marc Treawell         /    in Deutschland, den USA und Schweden

und  Zerka Moreno  /    in den USA

Ich erwähne diese Menschen, da ich überzeugt bin, dass Glück gehabt zu haben, von den weltweit besten Lehrern dieser Zeit ausgebildet worden zu sein.

Meine Ausbildung umfasst folgende Schritte:
1. Stufe:   Psychodrama-Assistent (nach 2 Jahren)
2. Stufe:   Psychodrama-Leiter (nach 2 weiteren Jahren)
3. Stufe:   Director of Psychodrama CP / Certified Practioner
(nach Jahren der praktischen Erfahrung in der Durchführung von Psychodrama-Gruppen)

Da die wenigsten Menschen eine genauere Vorstellung von dieser Methode haben, erzähle ich Ihnen auch etwas über den Begründer und die Geschichte des Psychodrama.

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Jacob Levy Moreno und Zerka Toeman Moreno

Oft werde ich gefragt – „Was ist Psychodrama genau“. Und meine Erklärungen dazu enden meistens mit dem Satz „Um sich eine wirkliche Vorstellung zu machen, muss man es erleben.“

Immer wieder stelle ich fest, dass der Begriff Psychodrama bei vielen Leuten Assoziationen wie Schwere, Dramatik, extreme Anstrengung usw. weckt und dann eher abschreckend, zumindest wenig einladend wirkt.

Tatsächlich zeichnen Dynamik, Lebendigkeit und Erlebnisvielfalt eine typische Psychodrama-Sitzung aus, was sich sowohl aus den direkten Begegnungen zwischen den Gruppenteilnehmern als auch aus dem jeweils stattfindenden szenischen Spiel ergibt.

Wörtlich übersetzt bedeutet „Psycho-Drama“ nichts anderes als „Handlung oder auch Vorgänge der Seele“. Und was im Psychodrama geschieht, ist genau das: Innere Vorgänge, also Gefühle, Gedanken, Träume und Fantasien sichtbar und hörbar zu machen und zwar in Gespräch und Aktion.

Psychodrama enstand schon Jahrzehnte vor der Familienaufstellung, die in Deutschland vielen bekannt ist. Die Familienaufstellung und auch andere Therapieformen dieser Art ( auch die Gestalttherapie) bedienten sich in Ihrer Entwicklung vieler Techniken aus dem Psychodrama.

Die Betonung darauf, dass Handeln und Sprechen unbedingt zusammengehören, dass beide gleichermaßen wichtig sind, um sich mittzuteilen, sich zu zeigen und sich verstehbar zu machen, das ist ein Herzstück psychodramatischer Theorie und Praxis. Es ist auch eines der charakteristischen Merkmale, mit denen sich das Psychodrama von anderen Methoden der Selbsterfahrung und Gruppentherapie absetzt. Psychodrama ist eine Aktionsmethode.

Jakob L. Moreno, Arzt und Psychiater (1889-1974), ist der Begründer des Psychodrama, der Gruppenpsychotherapie und Soziometrie.

Moreno sah Psychodrama als einen handlungsorientierten Gegenentwurf zur damals vorherrschenden Psychoanalyse Sigmund Freuds.

Moreno sagte einmal zu Freud: „Du analysierst die Träume der Menschen. Ich möchte den Menschen den Mut geben, neue Träume zu träumen, damit Ihre Visionen lebendig werden.“

Im Psychodrama gibt es den Leiter, die Gruppe und eine vorher im Raum festgelegte Fläche, die zur Bühne der folgenden Arbeit in der Gruppe wird.

Die Teilnehmer in einer Psychodrama-Gruppe kommen mit den Vorgängen in ihrer Seele im aktiven Tun und durch die wechselseitige Begegnung miteinander in Verbindung. Dies bedeutet, dass alle Erlebnisdimensionen der Teilnehmer Raum und Beachtung bekommen können.

Sowohl Gefühlserlebnisse z.B. der Verletztheit, der Trauer, des Glücks, der Liebe, der Verzweiflung, der Freude, der Ohnmacht oder der Angst. Aber auch Erinnerungen und Belastungen der Vergangenheit, Fragen und Probleme in Gegenwart und Zukunft, Träume und Phantasien - all das hat die Möglichkeit im „Hier und Jetzt“ real zu werden.

Die Inhalte werden szenisch ausgespielt und durch Beteiligung aller Gruppenmitglieder weiter bearbeitet. Der Psychodrama-Leiter unterstützt die Arbeit ähnlich wie ein Regisseur, der mit seinen Schauspielern ein Theaterstück entwickelt.

Psychodrama wird in unterschiedlichster Weise eingesetzt. Der Focus der Arbeit kann auf das Anliegen einer Einzelperson, auf die Belange der ganzen Gruppe oder aber z.B. auch auf ein aktuelles gesellschaftliches Thema gelegt werden.

Menschen, die sich von dem jeweiligen Thema angesprochen fühlen, finden  sich in der Gruppe z. B. für einen Abend, einen Tag oder ein  Wochenende zusammen. Hinsichtlich Alter und Herkunft, Berufshintergrund oder aktueller Lebenslage können eventuell große Unterschiede bei den Teilnehmern gegeben sein.

Gemeinsam ist aber allen das Interesse und die Anziehung für das gestellte Thema. Diese verbindende Gemeinsamkeit ist gleichzeitig eine Quelle für Energie und Vielfalt, da ja jeder seine subjektiven Erfahrungen und Sichtweisen mitbringt.

Mit Hilfe der eingesetzten psychodramatischen Methodik kann dieser Erfahrungsschatz anschaulich und kreativ in die Gruppe eingebracht und wechselseitig für einander wirksam werden. So entfaltet sich eine lebendige Selbst- und Gruppenerfahrung.

Psychodrama ist als Methode nicht nur auf den Einsatz im Bereich der Psychotherapie und Selbsterfahrung begrenzt. Es findet auch Anwendung im weiten Feld der Pädagogik, der Fort- und Weiterbildung, also mit Gruppen von Schülern, Studenten und/oder Lehrern, aber auch in der Team- und Organisationsentwicklung und der Teamsupervision. Aufgrund seiner vielfältigen und erlebniszentrierten Methodik ist Psychodrama letztlich einsetzbar in jeglicher Art von Gruppen, in denen themenzentriert oder problemfokussiert gearbeitet werden soll.

Für mich persönlich haben die langen Jahre der eigenen Psychodrama-Ausbildung dazu geführt, dass ich durch die vertieften Einblicke in mein eigenes und in das Erleben anderer Menschen eine ganz neue Wahrnehmung, größere Toleranz, Verständnis und Einfühlungsvermögen sowohl zu mir selbst, als auch zu anderen entwickelt habe.

 „Da jede Veränderung irgendwo beginnen muss, wird es der Einzelmensch sein, der sie erfährt und durchführt. Die Veränderung muss beim einzelnen beginnen; jeder von uns kann dieser einzelne sein.

Niemand kann es sich leisten, einfach umherzublicken und auf jemanden zu warten, der das tun soll, was man selber nicht tun will. Da aber offenbar niemand weiß, was zu tun ist, könnte es der Mühe wert sein, wenn jeder von uns zusehen würde, ob nicht sein eigenes Unbewusstes einen Ausweg kennt.“

(C.G.Jung)

In diesem Sinne würde ich mich freuen, Ihr Interesse geweckt zu haben.

Preise

Kosten der gesamten Fortbildung: 1320,00 €

Gruppengröße:                                 6 - 8 Teilnehmer

Die Gruppe startet ab einer Mindestteilnehmerzahl von  6 Teilnehmern.